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Licht – Räume zeitgenössischer Künstler

In seinen Skulpturen verzichtet Jürgen Albrecht auf eigenes Licht. Er überlässt die Beleuchtung der Licht-Räume ausschließlich dem in den Ausstellungsorten jeweils vorhandene Licht, das jedoch immer ausreicht, um vor den Augen des Betrachters eine wirklich-unwirkliche Abfolge scheinbar unterschiedlich beleuchteter Räume zu erzeugen. Sobald wir zurücktreten, werden die Licht-Räume zu höchst profanen Skulpturen an der Wand und nichts erinnert an das visuelle Abenteuer, dem wir gerade noch ausgesetzt waren. Unseren Blick zu schärfen, unsere Wahrnehmung empfindlich zu halten, sind nach wie vor eine Aufgabe der Kunst, gerade auch jener Werke, die mit Licht arbeiten . Wie das Licht in einem Lichtraum gefeiert werden kann, ohne erzeugt zu werden, lässt sich an den Skulpturen von Jürgen Albrecht zeigen. Die Arbeiten sind zugleich ein Beleg für die eingangs behauptete Annahme, die Künstler würden aus der Erfahrung mit Las Vegas eher Rückzugsstrategien verfolgen als den Vergleich suchen (Yann Kersalé wäre die Ausnahme dieser Regel). In einer Zeit zunehmender Lichtverschmutzung können solche Werke eine kathartische Wirkung haben.